Hochmeister Alpin
Hochmeister Alpin

Bergsteigen in Bolivien (30.6. - 21.7. 2006)

Unsere erste Bergreise außerhalb Europas führte uns 2006 nach Peru und Bolivien. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe schweizer Bergsteiger reisten wir über Madrid und Lima zunächst nach Cuzco, das bereits auf 3300 m liegt. Von dort gab es auch einen wunderbaren Ausflug über eine kurze Strecke des Inka-Trails nach Macchu Picchu, der lange Zeit verschollenen Inkastadt. Das herrliche Besichtigungsprogramm in Peru - unter anderem waren wir auch noch am Titicacasee auf 3800 m - diente auch gleichzeitig der Akklimatisation, bevor wir nach Bolivien weiterreisten und dort unser erstes Basislager im Condorimassiv auf mehr als 4500 m aufschlugen.

 

Hier konnten wir erstmals einige 5000er, wie den El Mirador (5300 m), den Nevado Illusion (5200 m) und den herrlichen Firndom des Alpamayo Pequeno (5400 m) besteigen.

 

Nach einem mehrtägigem Trekking ging es schließlich zum Huyana Potosi (6088 m);  nach einer Übernachtung im Hochlager auf 5100 m konnten wir den Gipfel am Morgen des nächsten Tages erreichen. Auch wenn die technischen Schwierigkeiten nicht allzu hoch waren, so machte uns doch anfangs der eisige Wind und die grosse Höhe zu Schaffen. Speziell der steile Schlussanstieg verlangte uns alles ab.

 

Nach einem kurzen Zwichenaufenthalt in La Paz fuhren wir schließlich Richtung Illimani, mit 6462 m der Höhepunkt unserer Bergreise. Vom schön gelegenen Basislager in 4500 m Höhe ging es mit schweren Rucksäcken ins Hochlager auf 5500 m, wo wir eine kalte und ziemlich schlaflose Nacht verbrachten.

Um 3 Uhr marschierten wir wieder los, der Himmel war sternenklar und der Gipfel lag vor uns. Der Anstieg war generell ziemlich steil. Je länger wir gingen, desto kälter wurde es, und da wir auf der Westseite des Berges aufstiegen, war sogar gegen 8 Uhr morgens noch immer keine Sonne in Sicht.

Mittlerweile hatte es auf minus 30 Grad abgekühlt, und wir verloren langsam das Gefühl in den Zehen und in den Fingern. Als wir vor einer Gletscherspalte eine halbe Stunde warten mussten, weil die Brücke eingestürzt war und wir einen neuen Weg suchen mussten, wurde die Kälte unerträglich.

Schlussendlich fanden wir dann eine andere Gletscherbrücke, um die Spalte zu überwinden. Danach stiegen wir, so schnell es in dem äußerst steilen Gelände möglich war, zum Grat auf, wo uns endlich die ersten Sonnenstrahlen trafen. Wir machten kurz Rast und nahmen dann den letzten, technisch einfachen Grat zum Gipfel in Angriff, welchen wir um 9 Uhr 30 erreichten.

Erleichtert und gleichzeitig ziemlich erschöpft machten wir eine ausgedehnte Pause und genossen das Panorama auf 6462 m Höhe. Trotz des geringen Luftdrucks ( 466mBar ) hatten wir an diesem Tag aufgrund der guten Akklimatisation keine Kopfschmerzen. Nach kurzer Pause stiegen wir wieder ab zum Hochlager, wo wir ziemlich ins Schwitzen kamen, denn statt der minus 30 Grad während des Aufstieges hatte es jetzt plus 30 Grad in der Sonne.

Wir erreichten ohne Probleme das Hochlager, machten kurz Rast und stiegen dann gleich weiter ab ins Basislager. Dort verbrachten wir unsere letzte Nacht im Zelt, bevor wir zurück nach La Paz fuhren und zwei Tage später wieder zurück nach Wien flogen.

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© Lukas und Josef Hochmeister