Hochmeister Alpin
Hochmeister Alpin

Anmarsch und Basislager

 

Gut vorbereitet durch unsere bisherigen Expeditionen zum Baruntse (7.200 m) und Cho Oyo (8.200 m) sowie intensives Training stiegen wir Ende März ins Flugzeug nach Kathmandu, um unseren langgehegten Traum, gemeinsam den höchsten Berg der Welt zu besteigen, in Angriff zu nehmen.

 

Schon der Weiterflug nach Lukla ins Khumbutal ist ein echtes  Abenteuer, gilt doch der Flughafen in Lukla als der gefährlichste der Welt, da die extrem kurze Landepiste unmittelbar an einer hohen Felswand endet, die ein Durchstarten des Flugzeuges im Anflug unmöglich macht. Der 10tägige Anmarsch zum Basislager auf 5.400 m ist bereits ein beeindruckendes Erlebnis; in ständigem Auf und Ab – zum Teil über 5.500 m hohe, verschneite Pässe - geht es Richtung Basislager. Die dünne Luft sowie die ungewohnte Verpflegung stellen dabei bereits hier eine große Belastung für den Körper dar und führen bei den meisten zu Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Magen-Darm Problemen bzw. höhenbedingten Problemen. Zum Glück blieben wir diesmal mit einer kleinen Ausnahme von schwerwiegenden Gesundheitsproblemen verschont und sind gesund im Basislager angekommen.

 

Wie schon bei unseren letzten Expeditionen haben wir uns wieder den neuseeländischen Bergführern von Adventure Consultants angeschlossen, die über langjährige Everesterfahrung verfügen und diesmal wieder eine internationale Bergsteigertruppe von 10 Personen aus Australien, Neuseeland, den USA, Schweden, Island und Österreich anführten.

 

Im Basislager angekommen galt es sich erst einmal an die große Höhe zu gewöhnen und durch Akklimatisationstouren auf den umliegenden Bergen (vor allem am Pumori) die Höhenanpassung zu fördern, eine extrem mühsame Prozedur. Da der Großteil unserer Gruppe inkl. aller Guides mit Lungeninfekten zu kämpfen hatte, verbrachten wir 12 Nächte im Basislager, bevor wir höher aufsteigen konnten. Leider hatten wir bereits dort den ersten Ausfall in unserer Gruppe zu beklagen, als sich unsere einzige weibliche Teilnehmerin bei einem Sturz ins Seil einen komplizierten Armbruch zuzog und die Expedition verlassen musste. Auch danach kam es im Laufe der weiteren Expedition leider noch zu zwei weiteren Ausfällen, da zwei Teilnehmer den hohen physischen und psychischen Anforderungen nicht gewachsen waren.

 

Eine der wesentlichen Voraussetzungen bei der Besteigung des Everest ist neben der schwierigen Höhenanpassung sicher die richtige Mischung aus Geduld, Erfahrung und körperlicher Leistungsfähigkeit, um weder frühzeitig krank zu werden noch seine Leistungsreserven frühzeitig zu erschöpfen. Der alles entscheidende Tag ist schließlich erst der Gipfeltag, und dieser kommt in der Regel erst in der zweiten Maihälfte, also ca. sieben Wochen nach Beginn der Expedition.

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© Lukas und Josef Hochmeister